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Anne Merg

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Vielfalt im Forstbereich

Mein Besuch in Himmighofen ,
Anne Merg, die erste Försterin in Rheinland Pfalz und ein Revier, das mich überraschte

Ehrlich gesagt, suchte ich lediglich eine Kulisse für das Landestreffen Rheinland-Pfalz 2010, als ich Anne Merg anrief. Doch als Anne mir ihr Revier zeigte, merkte ich: da steckt viel mehr drin!

Wir kennen uns wohl seit siebzehn Jahren, hatten jedoch ungefähr fünfzehn Jahre keinen Kontakt gehabt. Trotz der langen Zeitspanne kamen wir sofort wieder super miteinander zurecht und wir vereinbarten ein Treffen bei ihr.

Anne zeigte mir ihr Revier und erläuterte mir ihre Art, naturgemäß zu wirtschaften. Und ich war so sehr an das zu meiner Praktikantenzeit vor gut zwanzig Jahren schon damals seit vierzig Jahren naturgemäß bewirtschaftete Forstamt Lensahn in Schleswig-Holstein erinnert! Ich sah stufige Bestände, sah junge, beinahe astfreie Buchen in der Mittelschicht – geduldig wartend auf ihre Zeit.

Anne ist seit 20 Jahren den naturgemäßen Weg gegangen. Sie nutzt die natürlichen Abläufe, gibt dem Wald die Zeit, die er braucht, achtet dabei aber sehr auf die Lichtbaumarten, dass die früh gefördert werden. Konsequente Hochdurchforstung in allen Beständen lässt ihre Bestände stabil und ertragreich werden. Harvester und Unternehmer braucht das Forstrevier Himmighofen nicht. Es stützt sich auf drei örtlich verwurzelte Forstarbeiter, die die Laubhölzer im Bestand schonen – ‚das könnt nur ihr, das kann der Prozessor nicht’ sagt Anne ihnen als Ansporn. Und spätestens nach fünf Jahren ist sie mit Ihrem Team wieder in der Fläche, damit nichts aus dem Ruder läuft.

Dem Revier tut offensichtlich die gleichmäßige Behandlung durch die gleiche Fachperson und durch das gleiche Konzept gut.

Übrigens hat Anne ‚Probleme’ im Gemeinderat, die manch Kollege bestimmt gerne hätte: Zehn Jahre nach der Umstellung auf naturgemäße Waldwirtschaft stabilisierten sich die Erträge auf hohem Niveau. Nun muss sie sich immer wieder die Frage anhören, ob sie nicht zu viel nutze vom Wald – und das seit zehn Jahren! Beim Waldbegang finden die Gemeinderatsmitglieder natürlich keine Lücken – wie sollte der gute Ertrag sonst auch weitere zehn Jahren angehalten haben. Die alte Weisheit ist hier wieder bestätigt: HOLZ wächst an HOLZ!

Annes Revier zu begehen und ihre Power zu erleben ist wohltuend und bestärkend – kommt zum rheinland-pfälzischen Forstfrauentreffen im Juni 2010 und sagt mir, ob ich berechtigt schwärme!

von Birgit Eggers
November 2009