Meine forstliche Karriere begann in Berlin. Kurz vor dem Abi suchte ich im „Studien- und Berufsführer“ nach etwas mit Bäumen (Berlin ist eine grüne Stadt und Wald und Bäume waren mir lieb und vertraut). Ich fand dort die Studienmöglichkeiten FH und Uni. Für die Zulassung zur FH benötigte man ein einjähriges Praktikum, das ich bei Berliner Forsten absolvierte. Ich war in dieser Funktion die 2. Frau und hatte nicht nur mit Vorurteilen gegenüber Frauen im Forst, sondern auch noch mit Vorurteilen gegenüber der Person meiner Vorgängerin zu kämpfen.
1980 begann ich das Studium in Göttingen dann doch an der Uni, weil ich für das FH-Studium mangels Studienplatz (Numerus clausus) hätte warten müssen.
Auch von Seiten einiger Studenten begegneten mir merkwürdige Verhaltensweisen und Sprüche, die ich aus meinem „normalen“ Leben bisher nicht gewohnt war. In meinem Semester gab es ca. 20% Mitstudentinnen und an der FH, die sich auf demselben Campus bewegten, studierten auch einige Frauen. Mitte der 80-ger Jahre begannen wir uns zu treffen und über diese ärgerlichen Sprüche und albernen Verhaltensweisen einiger Kommilitonen und Professoren zu reden. Es tat gut, zu hören, dass es den anderen Studentinnen ähnlich erging und so stärkten wir und gegenseitig und erdachten Strategien, wie wir argumentieren oder uns wehren können.
Nach dem Studium bot sich mir die Möglichkeit, eine Promotion anzuschließen, die ich 1988 abschloss. Im Wissenschaftsbetrieb fühlte ich mich voll anerkannt. Die Referendarzeit verbrachte ich 1988-1990 in Baden-Württemberg. Inzwischen hatten sich Frauen in der Forstverwaltung schon als halbwegs selbstverständlich etabliert. Nur einige Kollegen (z.B. Forstamtsleiter), die noch nicht persönlich mit weiblichen Kolleginnen zu tun hatten, taten sich noch etwas schwer im Umgang mit Frauen des höheren Dienstes. Da ich selbst aber auch erfahrener, selbstbewusster und gelassener geworden war, fühlte ich mich jetzt schon wohler. Nach bestandenem Examen bekam ich erst eine befristete Stelle, die dann in eine Stelle als Beamte umgewandelt wurde. Ich arbeitete zunächst in der Forsteinrichtung und dann im FA Heilbronn als 2. Beamte.
1992 ging ich in Mutterschutz und nahm Erziehungsurlaub. Da mein Mann in der Forstverwaltung von Rheinland-Pfalz tätig war, strebte ich einen Tausch in das andere Bundesland an. Dies gelang mir – aber vielleicht nur, weil mein Tauschpartner alle Hebel, bis in die politische Schiene, in Bewegung setzte. Ich sah es gelassen, denn ich befand mich bereits zum 2. mal im Erziehungsurlaub.
Als das zweite Kind dann zwei Jahre alt war, war es mir zu Hause nur mit Kindererziehung zu langweilig und ich einigte mich mit meinem Mann, die Arbeitszeit und die Kindererziehung zu teilen. Seit 1996 arbeite ich nun in Teilzeit in der Forsteinrichtung bei Landesforsten Rheinland-Pfalz. Die Arbeit ist sehr flexibel, da mein Bildschirmarbeitsplatz zu Hause steht und ich sehr frei in der Einteilung der Außentermine bin. Die Arbeit an sich hat sich im Laufe der Jahre immer wieder gewandelt, so dass es bisher nicht langweilig wurde. Ein Nachteil des Heimarbeitsplatzes ist, dass es sehr wenig Kontakt zu den Kollegen gibt. Dafür gibt es gelegentlich Kontakte zu Forstfrauen verschiedener Bundesländer und Laufbahnen.
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