Begonnen habe ich meine forstliche Karriere 1992 in Niedersachsen, im damaligen Forstamt Deister, als Auszubildende für den Beruf Forstwirt/in. Dazu gekommen bin ich im Prinzip auf Umwegen und es war auch von der höheren Verwaltungsebene nicht unbedingt gewünscht eine weibliche Auszubildende für diesen Beruf zu bekommen, aber ich hatte Glück und durfte doch meine Ausbildung machen. Es war eine interessante Zeit und hat mich sehr geprägt, gerne wäre ich danach als Forstwirtin meinen Weg gegangen, scheiterte leider an der Knappheit der Stellen.
Da etwas anderes als Forst nicht in Frage kam, begann ich umgehend mit dem Studium der Forstwissenschaften an der UNI Göttingen. Nicht zuletzt hat mir der Beruf auch beim Studium geholfen, einerseits hatte ich immer einen praktischen Bezug im Kopf, andererseits konnte ich während der großen Semesterferien (ich meine natürlich die vorlesungsfreie Studienzeit) als Forstwirtin genug Geld verdienen um unabhängig vom Bafög zu bleiben.
Das Arbeiten behielt ich auch während des Studiums bei, diesmal als studentische Hilfskraft. Ich betätigte mich in vielen Feldern, die die Forstuniversität zu bieten hat, und hatte viel Spaß dabei. So konnte ich für mich ziemlich früh entscheiden, dass eine wissenschaftliche Karriere nicht das Beste für mich darstellt, sondern ich den praktischen Bezug bei der Arbeit brauche.
Daher schloss ich nach dem Studium zügig das Referendariat in NRW an. Dies führte mich für die Forsteinrichtungszeit ins Rheinland und danach für die restlichen 1,5 Jahre nach Westfalen, nach Minden. Dies war ein großes Glück für mich, da sich kurz vor dem Staatsexamen die Möglichkeit einer befristeten Stelle für ein Jahr im Forstamt Minden herauskristallisierte, welche ich wahrnehmen durfte (was in der heutigen Zeit ein rares Vergnügen für den höheren Forstdienst in der Verwaltung darstellt).
Leider war nach diesem Jahr Schluss mit dem Verwaltungsdienst und so stand ich dann erstmal ohne Arbeit da. Gott sei dank nicht für lange, denn ich bekam durch eine Studienkollegin die Chance das erste Mal freiberuflich zu Arbeiten. Mit gemischten Gefühlen ging ich das Wagnis ein und wurde nicht enttäuscht. Danach ergab eins das andere und nicht zuletzt verdanke ich auch meinen ehemaligen Kollegen aus Minden sehr viel.
Den Schritt in die berufliche Eigenverantwortung habe ich bisher nicht bereut und glaube auch nicht, dass ich es irgendwann bereuen werde, ganz im Gegenteil, denn die Freiheiten die ich so habe, möchte ich nicht mehr missen. Ich stehe damit auch nach fast 5 Jahren immer noch am Anfang, bin aber sehr froh und glücklich darüber, dass ich davon meinen Lebensunterhalt gut bestreiten kann. Die ganze Vielfalt, die der forstliche Sektor bietet macht meine Arbeit sehr interessant und abwechslungsreich. |