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2001 Lohr am Main

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15. bundesweiten Forstfrauentreffen

12.-14.10.2001 im Spessart in Lohr am Main

 

Teilnehmerinnen am 15. Bundestreffen in Lohr am Main
Teilnehmerinnen am 15. Bundestreffen in Lohr am Main

Freitag, 12.10.2001

Kennenlernrunde, Feinplanung des Treffens, Gruppenaufteilung

Samstag, 13.10.2001

5 Frauen, darunter die 3 Slowakinnen nahmen an der Drückjagd teil und erbeuteten u.a. ein Reh.

Die übrige Gruppe beschäftigte sich mit frauenpolitischen Themen und Vereinsangelegenheiten.
Sabine Greiner berichtete von ihrer privaten Teilnahme an einer EU-Forstfrauenkonferenz 2001 in Lissabon. Eine offizielle Einladung für den Verein Frauen im Forstbereich gab es dazu nicht. Renate Späth war offiziell vom Ministerium NRW gesandt. Ansonsten waren sowohl skandinavische Länder als auch südeuropäische Länder zahlenmäßig erheblich stärker vertreten als Deutschland. Das nächste derartige Treffen findet im November 2001 in Mittelschweden statt. Sabine und Renate fahren hin und freuen sich über weitere Interessierte.
Ergänzend dazu referierte Renate zu "Gender Mainstreaming". Für mögliche Schulungen der Forstverwaltungen zu diesem Thema erklärte sie sich als Referentin bereit.
Weiterhin stellte Renate das Ergebnis einer schriftlichen Anfrage an alle Landesforstverwaltungen vor. Thema: wie viele Frauen in welcher Position sind in den Forstverwaltungen beschäftigt, absolut und in % ausgedrückt. Die Antworten hierzu sind unvollständig und unbefriedigend. Eine erneute Anfrage auf dem Weg ist angedacht.

Dem Verein FiF e.V. steht möglicherweise die Aufnahme in den Deutschen Forstwirtschaftsrat offen. Der DFR ist ein politisch bedeutendes Gremium, dem die Landesforstchefs, Vertreter der Waldbesitzer, Gewerkschaft, BDF und Vertreter von FH´s und Uni´s angehören. Die abendliche Versammlung befürwortete die Aufnahme. Mögliche Vertreterinnen sind Susanne Hoffmann und Ann-Kathrin Kramer? Eine Aufnahme wird es jedoch nur geben, wenn der Verein von dem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 6.000 DM befreit wird. Dazu wird es erforderlich sein, als gemeinnützig anerkannt zu werden.
Elfi Raunecker wird prüfen, welche Satzungsänderung dazu erforderlich ist.

Der Samstag war mit Stadtbesichtigung, Schlossmuseum und Exkursion in den Spessart sowohl kulturell als auch forstfachlich gut ausgefüllt.

Sonntag, 14.10.2001

Der Leiter der Technikerschule Lohr, LFD Stauffer, führte uns durch die Schule und schilderte ihre Ausbildungsangebote. Lohr ist die einzige Ausbildungsstätte Deutschlands zum/zur Forsttechniker/in. Forsttechniker entsprechen dem früheren mittleren Dienst und leiten Kommunal- und Privatforstreviere. Auch hier werden die Berufsaussichten schlechter, zumal einige Länderforstverwaltungen die Beschäftigung von FT auch in Kommunal- und Privatforsten untersagen.

Anschließend teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Ein Mitarbeiter (Leiter?) des Arbeitsamtes Lohr, von Haus aus auch Förster, beriet zu Qualifikationen und außerforstlichen Berufsbildern. Die Teilnehmerinnen dieser Arbeitsgruppe hatten sich allerdings Konkreteres erhofft, als den Hinweis auf Fremdsprachenkenntnisse und die Entwicklung und Stärkung der eigenen Fähigkeiten. Direkte Berufsfelder oder Geheimtipps konnte der Mann auch nicht nennen.

Elfi Raunecker berichtete in der zweiten Arbeitsgruppe von ihrer Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte in Bayern, anschließend gab es reichlich Diskussion.
Elfi ist in Bayern für das Ministerium Gleichstellungsbeauftragte nur für die Forstbeamtinnen. Sie ist für diese Tätigkeit zu 50% freigestellt. In den Mittelbehörden und den Forstämtern gibt es jeweils weitere Gleichstellungsbeauftragte. 2 x jährlich treffen sich die Forst-Gleichstellungsbeauftragten.
In diesem Jahr hat Elfi sämtliche Forstamtsleiter zu einer 1-tägigen Pflichtschulung zum Thema Gleichstellung eingeladen. Trotz anfänglichen Unmutes äußerten sich die Teilnehmer überwiegend positiv über die Veranstaltung. Eine Erfolgskontrolle fand über einen Rückspiegel (Evaluationsbögen) statt. Vorschlag aus unserer Gruppe: nach einem halben Jahr eine Veranstaltung zur Erfolgskontrolle/bisherigen Umsetzung der Ziele durchführen.
Für 2002 plant Elfi eine ähnliche Fortbildung für Büroleiter.
Die häufigsten Fragen an Elfi kommen zum Thema Teilzeit und Wiedereinstieg nach Erziehungsurlaub. Eines von Elfis Hauptanliegen ist es, in die Beurteilungsbögen das Kriterium der sozialen Kompetenz aufzunehmen.

Diskutiert wurde - auch mit dem Leiter der Forstschule - ausgiebig über das Thema Teilzeitbeschäftigung:
In Bayern gelten grundsätzlich alle Stellen, auch Leitungspositionen, als teilbar!! Vergleichsweise können sich in Niedersachsen Teilzeitbeschäftigte oft gar nicht erst auf Leitungspositionen bewerben. Viele Stellen, z.B. Büroleitung, werden hier oft schon in der Ausschreibung als nicht teilbar bezeichnet!
Teilzeitbeschäftigung hat Auswirkungen im Beamtenrecht (beförderungswirksame Dienstzeit erst ab 50 % Teilzeit) und im Versorgungsrecht. So ist z.B. der gesetzliche Erziehungsurlaub zwar versorgungsrechtlich günstiger, in Bayern gelten aber nur 12 Monate pro Kind als Dienstzeit im Laufbahnrecht. Die weiteren möglichen 2 Jahre zählen nicht als Dienstzeit.
Informationen hierzu geben am besten die jeweiligen Bezügestellen.

Gesetzliche Grundlagen zur Gleichstellung

EU-Recht

  • gleicher Lohn bei gleicher Arbeit seit ´75
  • Recht auf Gleichbehandlung, gleiche berufliche Ausbildung seit ´76
  • Art. 119 EWG-Vertrag: Gender Mainstreaming

Bundesrecht

  • Frauenfördergesetz von ´94 (2. Gleichberechtigungsgesetz)

Landesrecht

  • Gleichstellungsgesetze der Länder

Ausblick

Gender Mainstreaming muss über die politische Schiene in die Forstverwaltungen gebracht werden. Hier sollte Jede ihren Einfluss, soweit möglich, geltend machen.

Wir müssen am Frauennetzwek knüpfen. Moderne Kommunikationsmittel erleichtern dies. Interessierte erhalten Kontakte bei Katharina Kolata. Dabei sind nur Adressen von Frauen, die diese freiwillig zur Verfügung gestellt haben.