Frauen im Forstbereich e.V. | ||||||||||||||||
Sie befinden sich hier: Bundesweit ![]() 2003 Ludwigstein ![]() Vorträge | ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
Bundesweit |
10 Jahre FiF e.V.VorträgeUniversität und Fachhochschule in GöttingenAm Anfang der Tagung stand die forstliche Ausbildung und damit die Besuche von Universität und Fachhochschule in Göttingen. Anliegen war, zu erfahren, wie die forstlichen Studiengänge sich insbesondere aus Frauenperspektive entwickelt haben. Prof. Dr. Bergen, Dekan der forstwissenschaftlichen Fakultät beklagte die sich verschlechternde Situation der Forstwissenschaftlichen Fakultäten im gesamten deutschsprachigen Raum und insbesondere die finanziellen Nöte seiner Fakultät. Die Anteile der Studentinnen liegen nach seiner Auskunft bei 30%, die der Absolventinnen erfreulicherweise ebenso. Professorinnen gibt es drei, das entspricht ca. 14 %. Über den Verbleib der Hochschulabsolventinnen ist nichts bekannt. Prof. Dr. Thren von der Fakultät Ressourcenmanagement stellte die neuen Studiengänge Arboristik und Regionalmanagement vor. Nach der Devise "in jeder Krise steckt eine Chance" werden an der einstigen Fachhochschule neben der traditionellen Forstwirtschaft interessante neue Aufgabenfelder erschlossen. Die Frauenbeauftragte stellte das "Grundzeugnis für familiengerechte Hochschule" vor, das der Fakultät immerhin einen 4. bundesweiten Platz einräumt. Der Frauenanteil liegt hier bei ca. 20%. Akteurinnen im WaldIn ihrem Vortrag stellten die beiden Referentinnen, Frau Dr. Christine Katz und Frau Marion Mayer (beide Universität Lüneburg), erste Ergebnisse eines Forschungsprojektes über die Geschlechterdimensionen von Natur- und Tätigkeitsverständnissen bei Akteuren/innen der Waldnutzung und des Waldschutzes vor. Ansatzpunkt der Referentinnen bildeten die Auseinandersetzungen um den forstwirtschaftlichen Wandel, der einerseits durch eine Zunahme an Erholungs- und Freizeitfunktionen sowie waldpädagogischen Angeboten, andererseits durch einen zunehmenden ökonomischen Druck auf die Forstverwaltungen gekennzeichnet ist. Bisher wurde angenommen, dass Waldforschung wert- und geschlechtsneutral sei. Dass dies nicht so ist, belegt die soziologische Studie im Rahmen der Geschlechterforschung. Im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten qualitativ ausgerichteten Sondierungsprojektes wurden hierfür insgesamt 22 Frauen und Männer interviewt, die im Forstbereich bzw. in den für Wald- und Forstpolitik relevanten Organisationen und Umweltschutzverbänden aktiv sind. Die Referentinnen stellten die Ergebnisse einer Befragung von Forstfrauen- und -männern zum Umgang mit den Bereichen Waldnutzung und Waldschutz vor. Das Ergebnis ihrer qualitativen soziologischen Untersuchung belegt wissenschaftlich , was bisher nur vermutet wurde: Wenn Frauen in Männerdomänen eindringen gibt es Zuweisungsprozesse mit der Folge der marginalisierenden Integration (ausschließende Eingrenzung). (Kurzfassung Dr. Katz) Arbeitssituation der Waldarbeiterinnen in DeutschlandDie Referentin Dr. Vera Gröger, schilderte anschaulich die Veränderungen von Frauen im Wald im Wandel der Zeiten (s.a. AFZ 26/1998). Bereits im 19. Jahrhundert arbeiteten Frauen im Wald. Als Kulturfrauen erreichten sie ihre größte Bedeutung vor allem nach dem 2. Weltkrieg. Nachdem ihre Zahl dramatisch zurückging wächst seit Anfang der 80-er Jahre langsam der Anteil ausgebildeter Forstwirtinnen. In einer quantitativen Studie befragte Gröger nahezu alle Waldarbeiterinnen in fast allen Bundesländern. Auffällig im Ergebnis: die hohe Arbeitszufriedenheit und der Wunsch nach einem dauerhaften Job (da Waldarbeiterinnen häufig Saisonarbeitskräfte sind). (Kurzfassung Dr. Gröger) Verbleibanalyse der Absolventinnen der Fachhochschule Forst in GöttingenSigrid Schmaltz, ehemalige Frauenbeauftragte der forstwissenschaftlichen Fakultät ist der Frage nach dem Verbleib der Fachhochschulabsolventinnen nachgegangen. In einer aufwändigen Fragebogenaktion erreichte sie 78,5% aller Absolventinnen seit 1974, dem Gründungsjahr der Fachhochschule. Erst seitdem hatten Frauen in Norddeutschland und Hessen Zugang zur Ausbildung für den gehobenen Forstdienst. Die ersten zwei Studentinnen der Forstwissenschaften in Deutschland immatrikulierten sich allerdings 1939, als die Forstliche Hochschule in Hann. Münden als 6. Fakultät an die Universität in Göttingen angeschlossen wurde. Zum Referendariat zugelassen wurden Frauen jedoch erst Jahrzehnte später. Heute arbeitet die Hälfte der Diplomforstingenieurinnen im Forstberuf, 17% in artverwandten und 13% in nicht forstlichen Berufen. Die übrigen Frauen haben keine Stelle, manche sind in der Familienphase. 78% der Berufstätigen sind fest angestellt, 2% sind selbstständig, die restlichen haben befristete Verträge. (Kurzfassung Sigrid Schmalz) Exkursion in das Revier HedemündenSusanne Hoffmann, in Personalunion Revierleiterin auf 600 ha und Betriebsleiterin von 2.700 ha Stadtforst Hann. Münden stellte die Kernpunkte ihrer Arbeit vor. (Kurzfassung Susanne Hoffmann) Alternative Berufsfelder"START" heißt ein Projekt zur Existenzgründung, unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Gabriele Hennemuth, Diplomvolkswirtin, beleuchtete in ihrem Referat wichtige Fragen zur Selbstständigkeit, wie z.B. der Finanzierung, der Rechtsform, der Unterstützungsleistungen. Am Anfang steht für angehende Selbstständige die Geschäftsidee sowie eine genaue Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse. Ganz entscheidend ist, ein Unternehmenskonzept auszuarbeiten, welches neben der Geschäftsidee und dem Unternehmensziel konkrete Vorstellungen zum Marketing, dem Geschäftssystem, der Realisierung und der Finanzierung enthält. Oftmals werden erst bei dieser intensiven Auseinandersetzung mit der Geschäftsidee mögliche Schwachstellen und deren Lösungsansätze klar. Zu empfehlen ist die Teilnahme an Gründerwettbewerben, wie "Start up", "Pro Motion" oder "Fit for Boss". | |||||||||||||||