Frauen im Forstbereich e.V. | ||||||||||||||||
Sie befinden sich hier: Bundesweit ![]() 2009 Blankenburg | ||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
Bundesweit |
23. Bundestreffenvom 12. bis 15.11.2009 in Blankenburg / Sachsen-AnhaltZum 23. Bundestreffen der Frauen im Forstbereich e.V. vom 12. bis 15. November trafen sich in Blankenburg am Ostharz 25 interessierte Frauen. Die meisten Teilnehmerinnen trafen bereits am Donnerstag im Jugendwaldheim „Lindenberg“ ein. Am Abend hielt Karin Klinghardt, Leiterin des JWH Blankenburg, einen Vortrag zu den Jugendwaldheimen in Sachsen-Anhalt am Beispiel des Jugendwaldheimes „Lindenberg“. Träger des Waldheimes ist das Forstamt. Im Ostharz gibt es die drei Jungendwaldheime „Drei Annen“, „Lindenberg“ und „Wildenstall“, sowie die Waldschule Birkberg als pädagogisches Zentrum. Hier kommen nur Jugendliche her und arbeiten (keine Kinder) entweder im Wald oder im Haus oder auf dem Gelände des Waldheimes. Nachmittags werden Freizeitaktivitäten und Ausflüge angeboten. Die Kosten für den Aufenthalt der Jugendlichen beschränken sich durch die Arbeitsleistung im Wesentlichen auf die Verpflegung und bleiben so konkurrenzlos günstig. Die Jugendwaldheimleiterin, wie auch die übrigen Mitarbeiter in Haus, Küche, in der Betreuung des Hauses und der Jugendlichen sprühten alle vor Begeisterung und Ideen und steckten uns mit ihrem Elan an. FreitagAm Freitag stellte Forstamtsleiterin Sabine Mané das Betreuungsforstamt Harz vor und führte in das Exkursionsthema „Borkenkäfer und Kyrill“ ein. Aufgaben eines BetreuungsforstamtesEs gibt einen öffentlich-rechtlichen Vertrag über die ständige Betreuung von Waldflächen mit folgenden Leistungen:
Das Forstamt hat Bündelungsfunktion für Holzverkauf, Pflanzenbeschaffung, Unternehmereinsätze und Schulungen. Schwerpunkt der Holzvermarktung ist die sachsen-anhaltinische Holzindustrie. Die Rohholzmobilisierung aus nicht betreutem Wald gewinnt immer mehr an Bedeutung (mit dem Schwerpunkt Borkenkäferbekämpfung und Schadholzaufbereitung). Das Forstamt hilft den Betreuten bei allen anfallenden Arbeiten von der Antragstellung bis zum Vollzug und Abrechnung der Maßnahme. In Zukunft sind foglende Arbeitsschwerpunkte geplant: Borkenkäfersanierung, Aufforstung der Schadflächen und Folgearbeiten, Waldpflege, Öffentlichkeitsarbeit, touristische Entwicklung. Sabine Mané begleitete uns auch anschließend in den Wald bei Wernigerode in den Privat-Forstbetrieb Drübeck. Die Eigentümer erwarben die 263 ha von der Bundesvermögensverwaltung im Jahr 2002. Der Wald besteht überwiegend aus Fichte (144 ha) und Buche (49 ha). Eiche und andere Laubhölzer (43 ha), sowie die übrigen Nadelhölzer (20 ha) sind von geringer Bedeutung. In den unteren Lagen (überwiegend Laubholz) ist die Nährstoffversorgung gut, in den höheren Lagen (überwiegend Fichte in Steillagen) arm. Der durchschnittliche Vorrat beträgt 290 Vfm/ha, der jährliche Hiebssatz liegt bei 5,6 fm/ha und der Einschlag bei 6 fm/ha/Jahr. Kalamitätsbedingte Nutzungen haben nach dem Trockenjahr 2003 zugenommen, mit einem Maximum in den Jahren 2006-2008. Der Betrieb hat einen Bewirtschaftungsvertrag mit dem Betreuungsforstamt Harz in Wippra. Für die maschinelle Holzaufarbeitung werden Unternehmer beauftragt. Motormanuelle Aufarbeitung und Kulturen werden in Eigenleistung mit zwei Teilzeitarbeitskräften erledigt. Als eigene Maschinen sind ein Schlepper mit Anbauseilwinde und ein Unimog mit Kran vorhanden. Im Jahr 2003 begann die Buchdrucker-Massenvermehrung, die bisher zu 12,5 ha Kahlschlagflächen geführt hat. Die Kalamität erfordert eine intensive Überwachung der Fichtenbestände mit Borkenkäferschlitzfallen zum Monitoring, sowie eine zeitnahe Sanierung der befallenden Bestände. Wichtig ist auch die Verbesserung der Erschließung, da die Befallsstellen teilweise nicht zugänglich sind. Geplant sind die Begiftung von Holzpoltern und die Wiederaufforstung von mind. 1 ha Mischwald pro Jahr. Durch die große Menge an Kalamitätsholz werden kaum noch Durchforstungen durchgeführt. Auch im Laubholz sind Pflegerückstände entstanden, um den Hiebssatz nicht zu überschreiten. Gejagt wird auf Rotwild, Schwarzwild, Muffelwild, Rehwild. In höheren Lagen und im Winter, wenn das Wild in niedrigere Lagen zieht, entsteht starker Verbiss, der Zaunschutz erfordert. In Zukunft soll der Flächenanteil der Fichte reduziert und durch Lärche, Douglasie und Tanne ersetzt werden. Die Öffentlichkeitsarbeit muss verstärkt werden (Schautafeln, Faltblatt), damit der Wald von zunehmenden Tourismus profitieren kann. Zusätzlich sollen bei der Forsteinrichtung 2011 Ökopunkte und Naturschutzleistungen (Totholz und Methusalembäume) inventarisiert werden. Geplant ist die Anschaffung von Technik zur besseren Bearbeitung von Brennholz und Holzbringung am Steilhang. Die Exkursionspunkte boten vielfältigen Diskussionsstoff, die Zeit war viel zu kurz! Am nachmittag besichtigten wir die Glasmanufaktur „Harzkristall“ in Derenburg, da die Herstellung von Glas seit jeher an das Vorhandensein großer Wälder zur Herstellung von Holzkohle gekoppelt war. Nach dem Abendessen erzählte uns Herr Paersch viel Wissenswertes zur Himmelsscheibe von Nebra, die nicht weit von hier gefunden wurde. SamstagSamstag früh fuhren wir nach Schierke und wanderten bei schönstem Wetter auf den Brockengipfel (1141 m ü.NN). Geführt wurden wir dabei von einer Nationalpark-Rangerin. Mittagessen gab es beim Brockenwirt. Auf dem Gipfel war es wie immer stürmisch, aber es blieb genug Zeit, das Brockenmuseum zu besichtigen. Am Nachmittag ging es mit der Harzquerbahn zurück nach Wernigerode, wo wir an einer Stadtbesichtigung teilnahmen. Der Abend im Jugendwaldheim klang ebi großartigem Essengemütlich aus. SonntagNach dem Frühstück am Sonntag konnten Interessierte noch das Kloster Michaelstein in Blankenburg besichtigen. besonders interessant waren der Bauern- und Kräutergarten (der sicher im Sommer noch schöner aussehen würde) und die vielseitige Sammlung von Musikinstrumenten. Alles in allem war es ein wunderbares Treffen. | |||||||||||||||