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1998 Winterburg

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12. bundesweites Frauentreffen

Etwa 40 in der Forst beschäftigte Frauen aus acht Bundesländern, sowie eine Kollegin aus der Slowakei, trafen sich vom 25. Bis 27. September 1998 im Schullandheim Winterburg in Rheinland-Pfalz, um Erfahrungen auszutauschen.

Wegen der sich zunehmend verschlechternden Stellensituation in der Forst wurden zum Thema: Alternative Berufsfelder verschiedene Vorträge gehalten.

Die freiberufliche Forstsachverständige Susanne Lill und Inge Kehr, Geschäftsführerin einer Consultingfirma mit Schwerpunkt Forst- und Holzwirtschaft, verdeutlichten in ihren Beiträgen die Schwierigkeiten, mit denen sie seit der Unternehmensgründung täglich zu kämpfen haben. Da ein neues Unternehmen für bestehende Firmen erhöhte Konkurrenz bedeutet, ist es wichtig bereits vor der Gründung gut zu planen. Nicht alle neuen Kollegen sind fair, besonders wenn es um Ausschreibungen mit großem Finanzrahmen geht. Außerdem bieten viele Neufirmen ihre Leistungen zu verbilligten Preisen an, um sich einzuführen. Die Referentinnen machten aber auch deutlich, daß sich der Einsatz trotz langer Arbeitszeiten und z.T. mäßiger Bezahlung lohnt. Arbeitszeiten können flexibel gestaltet werden und es gibt keinen "Boß". Der Erfolg hängt ganz allein von der Unternehmerin ab.

Barbara Kern berichtete kurz über ihre Arbeit als Referentin für Umweltpädagogik beim BUND Baden-Württemberg.

Eva Langenberg, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises in Hessen, stellte Tips und Tricks für erfolgreiche Bewerbungen vor. Es ist wichtig, daß die Bewerbungsmappe sofort einen guten Eindruck macht. Sauberkeit und fehlerfreie Rechtschreibung sind Voraussetzung für eine gute Bewerbung. Auch das Photo ist wichtig. Es sollte ein aktuelles Paßphoto sein, möglichst kein Urlaubs- oder Automatenphoto. Alle Unterlagen sollten in einem Klemmordner abgegeben werden, aus dem sie leicht herauszunehmen sind. Sie sollten auf keinen Fall zusammengeheftet werden. Die Mappe kann sich ruhig durch ein speziell auf das Unternehmen abgestimmtes Titelblatt von anderen Bewerbungen abheben.

In diesem Rahmen wurde eine Arbeitsgruppe damit beauftragt eine Internetseite zu entwerfen, auf der neben der Darstellung des Vereins "Frauen im Forstbereich" eine Jobbörse eingerichtet werden soll.

In der Waldjugendherrberge Sargenroth im Hunsrück informierten sich die Frauen vor Ort über das auf Initiative des Herrbergsvaters und des zuständigen Revierleiters eingerichtete waldpädagogische Angebot. In ein- bis mehrtägigen Programmen wird interessierten Gruppen, insbesondere Schulklassen, der vielfältige Lebensraum Wald nahegebracht, wobei die Teilnehmer Gelegenheit erhalten bei praktischen Waldarbeiten mitzuhelfen. Das Projekt ist bereits seit einem Jahr erfolgreich und wird von der Ministerin für Umwelt und Forsten, Klaudia Martini, unterstützt.

Eine Gruppe besuchte die Abteilung Kommunikation und Marketing der forstl. Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz, KomMa, die vor zwei Jahren als Stabsstelle gegründet wurde. Fünf Mitarbeiter koordinieren dort die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landesforstverwaltung und entwickeln eine Arbeitsmappe für Forstämter zur besseren Gestaltung von PR-Aufgaben. Seit 1996 erstmals Aktionen der Forstämter in einem Veranstaltungskalender mit gemeinsamem Logo gebündelt und mit großem Erfolg überregional bekannt gemacht worden sind, wird die Aktion "Treffpunkt Wald" im zweijährigen Turnus wiederholt. So ist es den Forstämtern möglich auch Menschen auf ihre Aktivitäten aufmerksam zu machen, die sonst nichts von diesem Angebot erfahren würden.

Einige Frauen nahmen an einer Exkursion zum Thema Eichenwaldwirtschaft in das nahegelegene staatliche Forstamt und den Stadtwald Bad Sobernheim teil. An Hand von sechs Waldbildern fand eine rege Diskussion zur Bewirtschaftung von Eichenwäldern statt. Dabei wurden besonders die Frage der Mischung von Eiche und Buche, sowie die Schalenwildproblematik angesprochen, für die es ohne einen Konsens zwischen Förster- und JägerInnen keine Lösung gibt.

Am Samstag abend fand ein Diavortrag über ein Treffen mit Forstfrauen in der Ukraine statt. Neben der überwältigenden Natur zeigten die Photos aber auch deutlich, wie arm die ländliche Bevölkerung in Rußland ist. Von der Referentin wurde mehrfach betont, wie außerordentlich gastfreundlich die Kolleginnen und Kollegen aus der Ukraine waren. Ein Gegenbesuch ist für das Jahr 2000 geplant.

Außerdem wurde die jährliche Mitgliederversammlung der "Frauen im Forstbereich e.V." abgehalten. Es wurde beschlossen, in nächster Zeit Beobachter zu den Treffen des FSC Deutschland (Forest Stewardship Council) zu entsenden, um sich über die Debatte der Zertifizierung zu informieren. Außerdem wählten die Vereinsmitglieder Antje Feldhusen, Nds, Dr. Birgit Hohmann und, Gabi Lindemann, beide NRW sowie Petra Kaiser, Hessen, zum neuen Vorstand.

Das Treffen 1999 wird von den Kolleginnen aus Sachsen organisiert und findet im Erzgebirge statt.

Weitere Informationen können über die Geschäftsstelle "Frauen im Forstbereich e.V.", Keplerstraße 7, 35390 Gießen bezogen werden.

Anke Waldmann, Osnabrück, & Katharina Kolata, Uelzen


A.Waldmann war zu der Zeit Referendarin im Forstamt Eitorf, K. Kolata arbeitete an einer Doktorarbeit am BITÖK in Bayreuth