Warum es sich lohnt Mitglied im Verein "Frauen im Forstbereich e. V." zu sein
Schön, dass Sie hier sind und sich damit auseinandersetzen, ob der Verein „Frauen im Forstbereiche.V.“ etwas für Sie ist.
Bitte lesen Sie einmal folgende Aussagen und überlegen, wie Ihre Haltung dazu ist:
- Die Forstmänner heutzutage finden Forstfrauen mittlerweile selbstverständlich.
- Försterinnen und Förster sind doch längst gleichberechtigt.
- Als Forstfrau schaffe ich es schon auf eine gute Position, wenn meine Leistungen entsprechend gut sind.
- Forstfrauen, die einen Verein für sich brauchen, sind doch nur frustrierte Emanzen.
- Für mich reicht es, in einem der forstlichen Berufsverbände organisiert zu sein/gar nicht organisiert zu sein.
Sie stimmen einer oder mehreren Aussagen zu?
Dann möchte ich Ihnen gern erzählen, warum es sich meiner Meinung nach lohnt, Mitglied im Verein „Frauen im Forstbereich“ zu sein.
Zunächst einmal spricht für uns, dass wir eine Menge netter, lebenslustiger Frauen in tollen Forstberufen und –positionen sind. Einige von uns führen erfolgreich Unternehmen – dazu zähle ich auch Familien.
Unser Netz und unsere Kontakte erstrecken sich über ganz Deutschland, unsere Erfahrungen im Forstbereich sind über Jahrzehnte gewachsen. Hier finden sich nützliche Kontakte und freundschaftliche Beziehungen. Für viele von uns ist es wertvoll, einen guten Forstfrauenbekannten und –freundeskreis zu haben. Für mich gehört es jedenfalls unverzichtbar zu meinem Leben, von Studienzeiten an Forstfrauenkontakte durch den Verein gepflegt zu haben.
Viele schöne Treffen auf Bundesebene und internationale Treffen in Ungarn, Schweden, Litauen – um nur einige zu erwähnen – habe ich seitdem erlebt. Unsere jährlichen Treffen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl forstfachliche und frauenpolitische, als auch kulturelle Anteile haben - und dass man nette Frauen wieder trifft und neue kennenlernt.
Stolz bin ich übrigens darauf, dass auch meine Tochter Försterin wird. Wie ihr haben wir schon einigen jungen Frauen nützliche Informationen und Kontakte vermittelt.
Gern sähe ich noch mehr junge Frauen in unserem Verein und bei unseren Treffen.
Der Frauenanteil bei den Studierenden ist gestiegen, aber kommen Forstfrauen auch gleichermaßen im Beruf an? Besteht wirklich Chancengleichheit?
Fakt ist, dass der Frauenanteil an den Studierenden erheblich höher ist als in Verwaltungen. In Führungspositionen findet man anteilig erheblich weniger Frauen als z.B. an Versuchsanstalten, im Waldpädagogikbereich oder in anderen Funktionen.
„Und auf das neue Revier kommt dann ein junger, kräftiger Mann“, sagte erst kürzlich ein Forstamtsleiter zu mir, einer Mittvierzigerin.
Hallo? Habe ich da richtig gehört?
Völlig ernsthaft erläuterte mir der Mann, wie sein Forstamt in Folge von anstehenden Pensionierungen neu organisiert werden solle.
Ist so eine Aussage denn so schlimm? Liegt es vielleicht an meiner Sensibilität für Gleichberechtigungsfragen, dass ich sogleich Frauendiskriminierung oder gar Altersdiskriminierung witterte? Immerhin hege ich selbst noch den Wunsch auf ein Revier und außerdem hoffe ich, dass meine Tochter ebenfalls die Chance bekommt, aktive Försterin zu werden. Offensichtlich passen wir beide jedoch nicht ins Schema des Amtsleiters (zu alt, zu weiblich oder gar beides).
Dieses Beispiel führte mir ganz aktuell vor Augen, dass die überwunden vermutete, typische, konservative Einstellung früherer Forstmännergenerationen auch heute noch vorhanden ist, wenngleich selten so offensichtlich.
An diesem Punkt, der Frauenpolitik, setzt der Verein ebenfalls an. Seminare zur Selbstbehauptung gehören beispielsweise zu unserem Repertoire, so wie Fortbildungen zu Gender Mainstreaming (Geschlechtergerechtigkeit) und die Zusammenarbeit mit Frauenbeauftragten der Forstverwaltungen. Für mich ist der frauenpolitische Teil ein weiterer ganz wichtiger Grund, mich im Verein zu engagieren. Denn aus Erfahrung weiß ich, dass Leistung allein nicht genügt und dass es Diskriminierungen von Frauen nach wie vor gibt, wenngleich subtiler als früher.
Wenn Sie nun neugierig geworden sind und gern mehr erfahren möchten, probieren Sie es doch einmal mit einem persönlichen Gespräch mit einer von uns. Neben dem Vorstand bin ich und sind weitere Frauen gern dazu bereit.
Persönlich würde ich mich über Nachwuchsforstfrauen und noch mehr Frauen in selbstständiger Tätigkeit bei uns im Verein und beim jährlichen Treffen freuen.
Christiane Lorenz-Laubner
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